„Hip Hop against racism“ – unter diesem Titel fand vor kurzem eine 10-tägige Jugendbegegnung in Sachsen-Anhalt mit Jugendlichen aus verschiedenen Ländern statt. Dabei drehte sich alles, wie der Name ja schon vermuten lässt, um die Hip Hop Kultur. Darüber hinaus war es aber auch das erklärte Ziel, sich mit den Themen Rassismus, Vorurteile, Toleranz und Menschenrechte auseinander zu setzen. Hinter dem ambitionierten Projekt steht das Netzwerk für integrationsbewusste Jugendarbeit in Sachsen-Anhalt – kurz NinJA. Regelmäßigen Lesern und Leserinnen unserer Seite ist der Name bestimmt schon ein Begriff. Wir konnten mit Janine Weidanz, die bei NinJA für die Projektleitung verantwortlich zeichnet, ein kleines Interview zum Projekt und zu zukünftigen Plänen führen. Zum Projekt selbst, präsentieren wir euch vorweg zur Einstimmung aber erstmal ein Video. Viel Spaß!
DHSW: Hallo Janine, danke, dass du dir die Zeit nimmst. Kannst du vielleicht unseren Lesern und Leserinnen noch mal kurz vorstellen, was ihr im Rahmen von „Hip Hop against racism“ so gemacht habt?
JW: „Hip Hop against racism“ war eine Jugendbegegnung mit 23 Jugendlichen aus Ungarn, Italien, Litauen, Griechenland und Sachsen-Anhalt. Während der Begegnung gab es verschiedene Workshops, in denen sich die Jugendlichen mit den verschiedenen Elementen des Hip Hop auseinandersetzen konnten – Graffiti, Rap, DJing und Breakdance. Außerdem haben wir uns mit den o.g. Themen beschäftigt und darüber diskutiert wie in den einzelnen Ländern die Politik (z.B. Flüchtlingspolitik) oder die Einstellung der Menschen diesbezüglich aussieht. Letztlich ging es natürlich hauptsächlich darum, Jugendliche aus verschiedenen Ländern zusammen zu bringen, einen kreativen Austausch anzuregen und Vorurteile abzubauen.
DHSW: Ihr habt ja anscheinend viel mit Menschen aus der Hip Hop Szene zusammen gearbeitet. Wie kam es dazu? Habt ihr da ein großes Netzwerk an Personen? Oder sind die Leute direkt mit Ideen auf euch zugekommen.
JW: Durch andere Projekte hatten wir bereits einige Kontakte. Außerdem ist ein Kollege gut in der Szene vernetzt und konnte so weitere Kontakte vermitteln. Wir hatten auf jeden Fall tolle Leute dabei, die die einzelnen Workshops geleitet und viel ins Projekt mit eingebracht haben.
DHSW: Die 10 Tage sind rum. Wie sieht da jetzt dein persönliches Feedback aus?
JW: Ich bin sehr begeistert. Es hat mich wirklich beeindruckt, was in den wenigen Tagen entstanden ist und wie sehr die Gruppe zusammen gewachsen ist. Es ist erstaunlich, wie sich ein Gruppengefühl in kurzer Zeit entwickeln kann, von der anfänglichen Schüchternheit und den Sprachbarrieren bis zu den Tränen beim Abschied. Die kreative Arbeit in den Workshops lief sehr gut – die Ergebnisse konnten wir ja am Ende der Jugendbegegnung beim „Tag der Jugend“ im Elbauenpark präsentieren. Ich denke auch, dass viele der Jugendliche durch das Projekt angeregt wurden über Vorurteile und Diskriminierung nachzudenken und sich dagegen stark zu machen.
DHSW: Ihr werdet ja hoffentlich noch lange die kulturelle Landschaft bereichern. Daher auch gleich von uns die Frage, was so als nächstes bei euch auf dem Programm steht?
JW: Derzeit läuft gerade ein Integrationsprojekt an der Leibnizsekundarschule in Magdeburg. Unter dem Titel „rap goes theater“ wird es auch hier wieder um Hip Hop gehen, gleichzeitig werden wir uns aber auch mit Theater beschäftigen. Es ist ein längerfristiges Projekt, welches auf ein halbes Jahr angesetzt ist. Wir sind gespannt, was dabei mit den Schülern herauskommt. Natürlich planen wir für das Projektende eine Aufführung.
DHSW: Gibt es bei dir persönlich noch eine Projektidee oder eine Veranstaltung, die du unbedingt noch machen willst?
JW: Ich würde gern ein Zirkusprojekt machen. Dazu mache ich gerade eine Zirkuspädagogikfortbildung und freue mich schon darauf alles Erlernte dann im nächsten Jahr mit Jugendlichen umsetzen zu können.
DHSW: Vielen Dank für das Interview. Gibt es von deiner Seite aus noch etwas, was du unseren Lesern und Leserinnen noch mitteilen willst?
JW: NinJA ist immer offen für Projekt- oder Veranstaltungsideen von Jugendlichen und berät auch gerne Jugendliche bei der Planung eines eigenen Projekts. Falls ihr also Ideen habt, immer her damit!
Wenn ihr jetzt Interesse bekommen habt an der Arbeit von NinJA – oder ihr mehr Informationen haben wollt, dann könnt ihr NinJA wie folgt erreichen:
Netzwerk für integrationsbewusste Jugendarbeit in Sachsen-Anhalt
.lkj) Sachsen-Anhalt e.V.
Liebigstraße 5
39104 Magdeburg
Projektleitung: Janine Weidanz
Telefon: 0391- 244 51 60
Fax: 0391 – 244 51 70
E-Mail: janine.weidanz(at)jugend-LSA.de



